Über alle Grenzen Hilfswerk

Rundschreiben 1/2006

des

Über alle Grenzen Hilfswerkes

 

Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde,

mit diesem Rundschreiben möchten wir sie schweren Herzens über die Auflösung unseres Hilfswerkes zum 31. Mai 2006 informieren und auf diesem Wege noch einmal allen Mitgliedern, Förderern und Freunden für Ihre Unterstützung unserer Hilfsprojekte während der vergangenen 14 Jahre danken.

Wir haben seit dem letzten Rundschreiben 2005 keine neuen Projekte begonnen und auch keine Spendenaufrufe getätigt, sondern nur noch einmal die bestehenden Projekte der Malteser in Kaliningrad mit einer Spende in Höhe von 15.000,- EUR unterstützt. Dieser Betrag wurde im Sinne der Spender für die Armenspeisung und das Straßenkinderprojekt in Kaliningrad verwendet.

Wir möchten dieses Rundschreiben auch zum Anlass nehmen, Ihnen noch einmal einen Überblick über unsere Projekte in den vergangenen zwei Jahren zu geben.

Zuerst einmal ein ganz herzliches und großes "DANKESCHÖN!" für Ihre tatkräftige Unterstützung – sowohl im Namen des Vorstands als auch stellvertretend für all die, denen in den letzten zwei Jahren durch Ihre Spenden geholfen werden konnte! Vor allem in Zeiten, in denen die wirtschaftliche Lage in Deutschland nicht jedem noch die "großen Sprünge" erlaubt, freuen wir uns sehr, dass Sie uns immer so hilfsbereit zur Seite gestanden haben, um Menschen, denen es aus verschiedenen Gründen nicht gut geht, Hilfe zukommen zu lassen.

Wenn man dann hinterher auf Fotos sieht, in Briefen liest oder von Helfern vor Ort hört, wie sich die Betroffenen über die Unterstützung gefreut haben und was dadurch bewirkt werden konnte, kommt ein Stück der Freude auch wieder zu einem selbst zurück... – und das ist doch wirklich ein schönes Gefühl!

 

Kindergarten “Sonnenschein” an der Elbe:   Hier wird wieder gespielt!

Der Kindergarten "Sonnenschein" in Zehren an der Elbe ist nach der großen Verwüstung durch das Hochwasser im Jahr 2004 mittlerweile vollständig neu

aufgebaut worden. Mitte März sind die Kinder in ihr großes neues "Schiff" eingezogen und nach einigen Terminverzögerungen konnte im April dieses Jahres auch die offizielle Einweihung begangen werden. An den Feierlichkeiten nahmen auch Vorstandsmitglieder unseres Vereins teil, um sich ein Bild vor Ort machen zu können. Im Sommer konnten dann auch endlich unsere Spendengelder überwiesen werden – sie sind für den Bau eines Klettergerüsts in den Außenanlagen verwendet worden, wofür keine öffentlichen Gelder mehr übrig gewesen wären.
 

Küche im Straßenkinderhaus Kaliningrad:  Hier wird jetzt gekocht!

Dank der überwältigenden Unterstützung konnten wir fast die Hälfte der Finanzierung der Küche im Malteser Straßenkinderhaus in Kaliningrad übernehmen!

Von den 5.000 Euro, die wir gespendet haben, wurden unter anderem ein

Gasherd, ein Kochkessel und eine Spülmaschine gekauft. Für die Straßenkinder, die vor allem in der kalten Zeit jetzt dort tagsüber einen Unterschlupf finden, können so nun auch vor Ort warme Mahlzeiten gekocht werden.

Wer die Projekte des Malteser Hilfsdienstes in der Region Kaliningrad weiterhin unterstützen möchte, kann sich an folgenden Ansprechpartner wenden:

Herrn Theodor Große-Starmann
Ehrenamtlicher Malteser Hilfsdienst-Projektleiter für das Kaliningrader Gebiet
Gartenstraße 14, 49594 Alfhausen,Tel. 05464-1538, Fax 05464-2636
E-Mail: Theodor.Grosse-Starmann@t-online.de

 

Flutkatastrophe in Asien:    Hier singen die Kinder wieder!

Noch sieht man in den vom Tsunami heimgesuchten Gebieten die Spuren der unbegreiflichen Zerstörung, doch an vielen Stellen ist der Wiederaufbau jetzt im Gange. Da der Schauplatz des Seebebens ein gutes Stück von uns entfernt ist,

wir aber trotzdem konkret und vor Ort kontrolliert ein spezielles Projekt unterstützen wollten, haben wir uns, wie bereits im letzten Rundschreiben berichtet, zu einer Zusammenarbeit mit der Kindernothilfe e.V. entschlossen. An der Ostküste Indiens, in den Elendsvierteln der Hafenstadt Chennai, hat diese zehn Sozialzentren errichtet, in denen Kinder und junge Mädchen betreut werden. Vor allem bei den Kindern hinterließ die Flut oft ein seelisches Trauma.

Dank der Spenden von "Über alle Grenzen" konnten fünf dieser Sozialzentren aufgebaut werden! Dort werden die Kinder jetzt versorgt und vor allem auch hinsichtlich des erlittenen Traumas betreut. Eine Art der Traumabewältigung ist die Musik: Die Kinder lernen Lieder und Texte und haben diese dann auf einer CD aufgenommen, die unserem Verein als Dank für die Hilfe zugeschickt wurde!

* * *

In den letzten Jahren sind die Anforderungen die meine berufliche Tätigkeit an mich stellt, ständig gestiegen und es erfordert von mir sehr viel Engagement, um diese Arbeit ausfüllen zu können. Da ich auch die Arbeit im Hilfswerk immer von ganzem Herzen getan habe, ist beides gleichzeitig für mich nicht mehr möglich. So musste ich mich jetzt entscheiden, welches Engagement für mein Leben wichtiger ist. Die Wahl fiel auf meine berufliche Tätigkeit und damit ist leider meine langjährige Arbeit für den Verein zu Ende.

Obwohl lange Zeit darüber diskutiert wurde, fand sich niemand aus den Reihen des Vereines, der sich in der Lage fühlt diese Aufgaben in angemessener Weise fortzuführen. Deshalb blieb uns nur der Schritt den Verein aufzulösen.

Alles, was wir in der Zeit erreicht haben, in der wir gemeinsam den Menschen in Osteuropa geholfen haben, war nur möglich, da jeder von Ihnen ebenfalls seinen Anteil in das gemeinsame Werk eingebracht hat. Ich habe das jederzeit sehr zu schätzen gewusst und danke Ihnen noch einmal von ganzem Herzen.

Herzliche Grüße

Diana Dörr      
(Vorsitzende)

“Wenn jeder im Dorf einen Faden spendet, erhält der Nackte ein Hemd.”

aus Russland